Im Vorfeld beim erfolglosen Versuch eine öffentlich Anreise zur Loire zu organisieren war mein Eindruck, dafür letztlich einfach zu doof zu sein. Nun aber nennt mich der nette ältere Herr im Reisecenter 2 im Bahnhof in Nantes ein Genie!
Aber Eins nach dem Anderen;-)
Nantes ist der letzte größere Ort vor dem Atlantik und da wir bereits wissen, wann es von Saint Nazaire zurück zum Ausgangspunkt gehen wird, wollen wir am Bahnhof bereits jetzt die Tickets für uns und unsere Radln besorgen. Im Reisecenter 1 gibt es 7 Schalter und genau einer ist besetzt. Zum Glück ist nicht viel los, also kommen wir bald an die Reihe. Der Kollege auf der anderen Seite der Scheibe spricht passabel Englisch und so haben wir für einen kurzen Moment den Eindruck den Joker gezogen zu haben.
Leider taugt die problemlose Kommunikation nur um uns klar zu machen, dass man zwar die Tickets für uns buchen könne, nicht aber die Reservierungen für die Fahrräder. Wie sich herausstellt, müssen die Reservierungen zuerst und zwar von uns selbst online gebucht werden. Dann so versichert er uns, kann er die Tickets für uns problemlos hinzubuchen???
Eine halbe Stunde und eine Latte Macchiato später habe ich die Reservierungen und schlage bei besagtem Kollegen wieder auf. Nach der Sichtung der Verbindungen, erklärt er mir ein weiteres mal, nicht für uns buchen zu können, da einer der drei Züge von einer anderen Gesellschaft betrieben wird. Er habe aber die Lösung, denn es gebe auf der anderen Seite noch ein weiteres Reisezentrum und die können alle Züge buchen!?
Im Reisezentrum 2 versucht man mich zunächst einfach vor ein Terminal zu setzen, nach der Devise selbst-ist-die-power, was ich aber geschickt pariere. Schließlich gelange ich an besagten älteren Herren, den ich zunächst mit meiner auswendig gelernten Einleitung „je ne parle pas francais“ erheitere. Wie schon während der gesamten Reise ist die Reaktion ein breites Grinsen gefolgt von der Frage „would english be okay?“.
Nachdem ich ihm erklärt habe, dass ich nur noch die Tickets brauche weil ich die Reservierungen für die Fahrräder bereits selbst online gebucht habe, entfährt es ihm „you must be genious – doing that is really not trivial“ 😉 Endlich mal jemand der meine Talente würdigt, geht es mir durch den Kopf 😉
Leider delegiert er mich an zwei ziemlich lustlose Mädels. Die eine lernt gerade die andere an. Während die beiden meine Tickets buchen, fällt mir auf, dass auf dem Handy noch das Spiel läuft, das die beiden wegen mir unterbrechen mussten. Aber egal nach akribischer Prüfung, ob alle 6 Tickets für 3 Zugverbindungen zu meinen Reservierungen passen, verlasse ich überglücklich das Reisezentrum 😉
Eigentlich funktioniert das hier so gut wie zu hause bei der Deutschen Bahn – oder heißt es so schlecht ;-? Im Gegensatz zum Buchungsvorgang verläuft die eigentliche Reise wie geschmiert und so erreichen wir pünktlich unser Ziel in Nevers.








































Tolle Geschichte Peter. Du fotografierst nicht nur toll, sondern kannst auch so interessant erzählen! Und als Frankreich-Fan lese ich das besonders gerne.
Das habt ihr zwei grandios gemeistert ! Nicht nur den Ticketkauf, sondern die ganze Reise. Ich hoffe deine Schmerzen haben wieder nachgelassen und du bist schon wieder „hot“ auf das nächste Abenteuer. LG auch an Jutta